… gerade für Nano-Aquarien oft ein Wunschtraum ???
Im Zeitalter der „modernen“ Aquaristik, geprägt von der „Naturaquaristik“, dem „Aquascaping“ und der „Nano-Aquaristik“ stellt sich immer häufiger die Frage, welche Pflanzen speziell für die Einrichtung eines entsprechenden Aquariums geeignet erscheinen und wo man sie letztendlich dann auch tatsächlich bekommt. Gerade Arten, die nur sehr schwachwüchsig sind, kann man exzellent für ein entsprechendes Layout verwenden… aber gerade diese Arten widersprechen oft der, in der gärtnerischen Praxis notwendigen, Schnellwüchsigkeit…. die aber im Nanoaquarium völlig fehl am Platze ist und für den Normalaquarianer mit einer entsprechenden Zusammenstellung langfristig kaum Freude bereitet.
Vordergrundbepflanzung
Blyxa japonica
Cryptocoryne parva
Echinodorus tenellus
Eleocharis parvulus/pusilla
Eriocaulon cinereum
Hemianthus callitrichoides ''Cuba''
Marsilea spec.
Pogostemon helferi
Ranunculus spec.
Rotala spec. “Goias”
Staurogyne spec.
Utricularia graminifolia
Mittelgrundbepflanzung
Bacopa australis
Diplidis diandra
Echinodorus Red Devil
Hedyotis salzmannii
Hemianthus micranthemoides
Heteranthera zosterifolia
Limnophila spec. Dwarf
Lobelia cardinalis
Ludwigia arcuata
Murdannia spec.
Rotala spec. ''Green''
Hintergrund- und Solitärpflanzen
Mayaca fluiviatilis
Rotala rotundifolia
Vallisneria nana
Wurzelbepflanzung
Anubias barteri var. nana Bonsai/Petite
Bolbitis heudelotii
Microsorium pteropus – kleinbleibende Formen
Sehr schnellwachsende Arten
Ceratophyllum spec
Egeria najas
Eleocharis vivipara
Moos und mehr …
Aegarophila linnaei Aegarophila linnaei
Bolbitis heudelotii (Prothallium)
Fontinalis spec
Lomariopsis spec. (Prothallium einer Lomariopsis-Art)
Monoselenium tenerum
Riccia fluitans ''Dwarf''
Vesicularia spec. und Taxiphyllum spec.
Tab. 1.: Auswahl geeigneter Pflanzen für nicht zu warme oder ungeheizte Nano-Aquarien (18-24 Grad)… eine Aufstellung ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, die durch eigene Erfahrungen z.T. über viele Jahre entstanden ist… auf etliche gut bekannte und auch häufig verwendete Arten wurde jedoch auch bewusst verzichtet.
Zur Gestaltung eines auf Dauer ausgelegten Layouts eigenen sich alle diese Pflanzen vorzüglich, da sie in ihrer Wuchshöhe- und Wuchsgeschwindigkeit zu den Abmessungen des Aquariums passen und nicht zu häufigen Pflegeaufwand bedürfen. Die schnellwachsenden Arten Ceratophyllum spec. , Egeria najas und Eleocharis vivipara sind hervorragend auch in kleineren Aquarien gerade in der Einlaufphase ein wirksames Mittel gegen Algen, die ein echtes Problem werden können. Man kann sie anfangs kräftig wachsen lassen, sollte aber langfristig die Menge beschränken.
Bei der näherer Betrachtung der Arten sieht man aber schnell, dass sich darunter viele Arten finden, die besondere Ansprüche stellen… die Beleuchtung und die Düngung dieser Pflanzen bedarf besonderer Aufmerksamkeit.
Der Bodengrund ist im Kleinstaquarium mehr von dekorativer Natur… zahlreiche verschiedene Sande (schwarzer Granatsand), aber auch nährstoffangereicherte Fertigbodengrunde sind möglich … erfüllt aber auch eine sehr wichtige Rolle als Möglichkeit gezielt Makroelemente in Kapselform einzubringen. Dies ist besonders für die dichte Vordergrundbepflanzung angebracht. Für bestimmte Pflanzenarten ist es aus langjähriger Erfahrung günstig, wenn das Substrat deutlich sauer reagiert… dies können auch reine mineralische Sande, wie z.B. Granitsande, sein, die es in verschiedenen Farben gibt.
Neben der anzuratenden ausgewogenen weiteren Versorgung mit flüssigen Mikro- und flüssigen Makroelementen hat sich besonders die Düngung mit dem effizienten flüssigen Kohlenstoffdüngern, die gleichzeitig eine hervorragende vorbeugende Wirkung gegen Algen haben, bewährt.
Sie ersetzen jedoch, gerade bei der Pflege von Moosen, nicht eine Düngung mit gasförmigen CO2, die mit Nano-Diffusoren oder einer sog, Paffrathschen Rinne problemlos auch in kleinsten Becken zu verwirklichen ist. Man sollte nur darauf achten, dass diese wirklich exakt eingestellt oder geregelt ist, um die eventuell in den größeren Nano-Becken vorhandenen Lebewesen nicht zu schädigen… andererseits muss nicht zwangsläufig jedes Aquarium auch ein Vivarium sein… gerade Becken ohne Tierbesatz können einen besonderen Reiz haben…
Bei allen Becken, die mit Tieren besetzt werden sollen und auch die entsprechend nötige Mindestgröße haben, ist eine längere Einlaufphase (4-6 Wochen mit zwei - bis dreimaligen Komplett-Wasserwechsel) ohne Tiere angebracht…. einerseits bildet sich in dieser Zeit ein biologisches Gleichgewicht und der sich einstellende Wuchs von Kleinstlebewesen dient als notwendige Nahrungsgrundlage z.B. für Garnelen….. andererseits sollte man nie vergessen, daß Pflanzen aus gärtnerischer Praxis sich erst an die Bedingungen gerade in den Kleinaquarien stark anpassen müssen. Dabei werden in der Einlaufphase zahlreiche Pflanzeninhaltsstoffe, aber auch verschiedene Stoffe, die bei der Kultur der Pflanzen notwendig sind (Dünger,…), sicher nicht mehr vorhanden sein, die möglicherweise durch das doch recht kleine Wasservolumen problematisch wären, wenn sie nicht vollständig entfernt sind ….. gleiches gilt auch bei Neuzupflanzungen… diese Pflanzen sollten eigentlich auch immer in einem Becken ohne Tiere unter optimalen Bedingungen vorkultiviert werden oder zumindest ausreichend lange gewässert werden.
Um unliebsame Besucher aus dem Aquarium fernzuhalten, hat es sich auch bewährt alle Pflanzen (ohne Bleiband oder Steinwolle) vor dem Einpflanzen in einem geschlossenen Beutel mit möglichst kohlensäurehaltigen Mineralwasser zu legen. Allgemein und insbesondere bei empfindlichen Arten sollte man dies aber erst mit einigen wenigen Pflänzchen versuchen, um wirklich keine Verluste zu haben.
Neben den hier vorgestellten außergewöhnlichen Pflanzen für Nano-Aquarien, gibt es noch viele andere, die sicherlich bald ihren Weg in der Pflanzenaquaristik gehen werden…. die Vielfalt der Pflanzenarten ist langfristig der einzige Weg für eine dekorative Pflanzenaquaristik ….. auch wenn diese Arten manchmal nicht leicht zu finden sind und Ihre Ansprüche stellen….
Es sollte uns immer ein Anreiz sein, gerade nach dem Außergewöhnlichen zu suchen, um sein wirklich einzigartiges Heimbiotop zu gestalten…




